Das sagen Hannoveraner zum Kontroll-Barometer

Das sagen Hannoveraner zum Kontroll-Barometer

Heute ging es durch die Medien: Das Kontroll-Barometer, das die Hygiene in Gastronomiebetriebe testen soll, kommt nach Hannover. Hannover und Braunschweig sind die ersten niedersächsischen Städte, in denen die Hygieneampel eingeführt wird. Die Meinungen in unserer Stadt fallen unterschiedlich aus – ob von den Gastronomen selber oder Verbrauchern. top hannover hat einige Hannoveraner befragt und stellt Ihnen hier ihre Meinungen vor. 

Was ist das Kontroll-Barometer?

„Hygiene-Kontrollen in der Gastronomie: Jeder sechste Betrieb fiel 2013 durch“ – so titelte die Verbraucherzentrale im Jahr 2014. Die Forderung: 1. „Mehr Transparenz für Verbraucher beim vorbeugenden Verbraucherschutz durch die Veröffentlichung der Ergebnisse der Hygiene-Kontrollen und Nennung der Betriebe.“ 2. „Start eines Pilot-Projektes Niedersachsen mit Einführung eines (verpflichtenden) Kontroll-Barometers – ähnlich wie es bereits erfolgreich in Nordrhein-Westfalen erfolgt – bis eine mögliche einheitliche bundesweite Umsetzung geregelt ist.“ Genau zu diesem Pilot-Projekt ist es nun gekommen. Das Kontroll-Barometer startet in Braunschweig und Hannover, bevor es in ganz Niedersachsen umgesetzt wird.

Nach dieser großen Meldung, die heute durch die Medien gegangen ist, fragen sich nun alle: Was ist das Kontroll-Barometer überhaupt? Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat die Erklärung: „Grundlage des Bewertungssystems sind die Regel- bzw. Routinekontrollen durch die Behörden der Lebensmittelüberwachung in den jeweiligen Bundesländern. Das Ergebnis der Kontrollen soll den Verbrauchern sowohl im überprüften Betrieb als auch über eine Quelle im Internet zugänglich gemacht werden. In Nordrhein-Westfalen werden bereits in einem Pilotprojekt die Kontrollergebnisse von Gastronomie-Betrieben in Duisburg und Bielefeld über die App „appetitlich“ veröffentlicht. Mittels Ampelfarben wird den Verbrauchern deutlich gemacht, ob das Unternehmen die Anforderungen erfüllt (grün), nur teilweise erfüllt (gelb) oder schwere Mängel aufweist (rot).“

Das sagen die Hannoveraner zum Kontroll-Barometer

So weit, so gut. Doch was sagen Hannoveraner zu dem Kontroll-Barometer? Wir wollten es von Gastronomen und Endverbrauchern wissen. Hier kommen die Statements, die nicht unterschiedlicher sein könnten.

Hannoversche Gastronomen zum Kontroll-Barometer

Kara Alan, „Tesoro“: „Ich finde das Kontroll-Barometer sehr wichtig. Es sollte noch verstärkter in der Gastronomie eingeführt werden. Leider können mehr als die Hälfte der Leute, die mit Nahrung arbeiten, nicht ordnungsgemäß mit Lebensmitteln umgehen. Es fehlt ihnen das fachliche Wissen. Das Traurige in der Gastronomie ist, dass man keine Ausbildung machen muss, um sich selbstständig zu machen. Deshalb machen sich viele selbständig, die nicht aus dieser Branche kommen. Doch sie kennen sich nicht mit dem Thema Hygiene aus außer von einer eintägigen Schulung. Das geht nicht! Wenn es zu stärkeren Kontrollen kommt, werden sicherlich einige aufgrund von Mangel an Hygiene schließen müssen.“

Ulli Hahn, „La Rock“: „Auweia, wenn das Kontroll-Barometer kommt, können sich einige warm anziehen!“ (lacht)

Robert Beck, „Hiller“: „Das Kontroll-Barometer ist nett gemeint, um in Betrieben die Motivation und Sensibilisierung der Hygiene voranzutreiben. Das ist auch wichtig! Aber von dem Kontroll-Barometer an sich halte ich nicht viel, weil es lediglich eine Momentaufnahme ist. Wenn die Lebensmittelkontrolleure bewerten, kommen sie nur einmal im Jahr oder sogar nur alle zwei Jahre. Wenn in dem Moment vorübergehende Mängel vorhanden sind, ist es schwierig, einen langen Zeitraum auf einem Kontroll-Barometer darzustellen. Aus meiner Sicht gibt es schon genügend Kontrollen und Aufgaben für einen Gastronomen, die ohnehin für Lebensmittel und Hygiene sensibilisiert sind. Deshalb halte ich das Kontroll-Barometer nicht für das richtige Instrument.“

Hannoveraner über das Kontroll-Barometer

TV-Bäcker René Olivér äußert sich zum Kontroll-Barometer

TV-Bäcker René Olivér Foto: Blachura Photography

TV-Bäcker René Olivér: „Ich finde ein solches Kontroll-Barometer ein absolutes Träumchen. So können Verbraucher guten Gewissens essen gehen. Jeder Betrieb muss letztendlich selber wissen, wie transparent er gegenüber dem Endverbraucher wirken will. Das Kontroll-Barometer ist ja erstmal freiwillig. Wenn keiner etwas zu verheimlichen hat, sollte ein solches Barometer kein Problem sein.“

Leidenschaftliche Esserin Hannah Kreyenberg: „Ich kenne das Kontroll-Barometer bereits von meinem Auslandsjahr in den U.S.A. Es wurde Zeit, dass es auch nach Deutschland kommt!“

Künstler Niko Nikolaidis, groß geworden in einer Gastronomie-Familie: „In unserem Restaurant war solch ein Kontoll-Barometer auch in Planung. Dafür kamen Vertreter vorbei. Wir mussten dann die ganze Küche neu machen. Da ich in der Gastronomie aufgewachsen bin, finde ich das Kontroll-Barometer eine tolle Idee. Ich weiß, wie es hinter den Kulissen aussieht und das ist meistens eine Katastrophe! Die Standards, die im Gastraum herrschen, sollten auch in den Küchen beibehalten werden. Wenn man Qualität liefern möchte, sollte man das Minimum an bestehenden Bestimmungen auch einhalten. Restaurants, die daran sparen, sollten in der Öffentlichkeit angeprangert werden, denn ich finde es Heuchelei, wenn man toll aussehendes Essen liefert, aber die Küche wird vernachlässigt, weil sie niemand sieht.“

Herrenausstatter Rolf Eisenmenger: „Ich bin der Ansicht, dass es bereits genug Regularien gibt. In einer freien Marktwirtschaft regeln sich solche Probleme doch eigentlich von selbst. Außerdem: Wer kontrolliert die Kontrolleure?“

Text: Josina Kelz 

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