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Fake Follower – Willkommen in der Instagram Welt

Dass viele Influencer auf Instagram ihre Reichweite mittels „Fake Follower“ fälschen ist ja kein Geheimnis mehr. Umso unverständlicher, dass Unternehmen wahllos Kooperationen mit Influencern eingehen ohne diese zu überprüfen. Was für sie zählt ist nur ihre Reichweite. Auf Qualität wird hier nicht mehr geachtet. Top Hannover klärt auf warum das falsch ist und wie man ganz einfach die betrügerischen Influencer entlarven kann.

Instagram und die Meister der Täuschung

Auf Instagram zählt nur eins – Wie viele Likes und wie viele Follower man hat. Man wird einzig und allein auf eine Zahl reduziert. Mehr Reichweite = Mehr Erfolg. So lautet die Devise. Also nicht verwunderlich, dass umso mehr Instagrammer ihre Reichweite mittels gekauften Followern pushen, oder sogar komplett fälschen. Auf diese Weise werden Unternehmen und Marken über den Tisch gezogen. Doch nicht nur das –  sie belügen sich selbst und ihre „echten“ Follower.

Follower kaufen? Wie geht das?

Follower zu generieren ist heutzutage ganz einfach. Es gibt genügend Seiten oder Apps, auf denen man sich Follower erkaufen kann. Da diese aber inaktiv sind, weil es sich dabei um „leere“ Profile handelt, müssen auch gefälschte Likes her. Denn bei einer Followerzahl von beispielsweise 50.000 sind 300 Likes sehr fragwürdig. Aber gut, dass man auch Likes kaufen kann! So fällt der ganze Schwindel nicht auf. Dann wären da aber noch die Kommentare, Mist! Ach nein, die kann man ja auch mittlerweile kaufen oder mittels sogenannter „Support Gruppen“ generieren.

Was sind Support Gruppen?

Bei Support Gruppen handelt es sich um Instagrammer, die sich auf Instagram, WhatsApp oder Telegram zusammen tun. Sie posten ihre neusten Bilder in die Gruppen damit die Mitglieder sie kommentieren, im Gegenzug dafür, dass man ihre ebenfalls kommentiert.

Fake Follower auf Instagram

„Eine Gruppe in der sich Influencer gegenseitig unterstützen und nette Kommentare unter ihre Bilder schreiben – an sich finde ich die Idee gut und nicht verwerflich. Deshalb bin ich auch in einer Support Gruppe mit 13 lieben Fashion-Bloggern aus Deutschland, die mir immer sehr liebe Kommentare unter meinen Bildern hinterlassen und umgekehrt. Doch meiner Meinung nach ist der Sinn der Sache verloren, wenn man in 20 Gruppen Mitglied ist, nur um bis zu 400 Kommentare unter einem Foto zu haben. Das ist völlig unrealistisch, wenn man nicht über eine halbe Million Follower hat. Lieber habe ich ein paar weniger, aber qualitative Kommentare, anstelle von Kommentaren wie „Wow“, „Body Goals“ oder „Nice Shot“. Daran erkennt man auf den ersten Blick, dass die Kommentare generiert und nicht real sind.“, erklärt Roya Nila, die selber als Influencer tätig ist.

Fake Follower auf Instagram

Generierte Instagram Kommentare

Der Vorteil von Instagram Statistiken

Die Einführung von Statistiken auf Instagram ist ein wahrer Segen für Nutzer und Unternehmen. Doch warum werden sie nicht genutzt? Warum verlangen Unternehmen keine Statistiken von Influencern? Besonders Unternehmen die regional arbeiten und beispielsweise mit einem Influencer kooperieren, um Menschen in einer bestimmten Region zu erreichen, sollten vor Abwicklung einer Kooperation die Statistik überprüfen. Was bringt einem die Kooperation mit einem Influencer, wenn er 100.000 Follower besitzt, aber z.B. Hannover nicht mal in der Statistik aufgelistet ist, da der Anteil der Follower in dieser Stadt vielleicht 1% beträgt? Oder wenn ich ein Produkt in Deutschland vermarkten möchte und der Influencer aber überwiegend Abonnenten in Amerika hat? Dann brauchen Unternehmen sich auch nicht wundern, dass ihnen ein Influencer mit einer großen Reichweite gar keine Käufe, Follower oder Likes gebracht hat. Hier empfiehlt es sich zielgruppenorientiert zu arbeiten und nicht nach Reichweite. So minimmiert man Streuverluste.

Wie erkennt man Fake Follower?

Zumeist reicht nur ein Blick auf die Instagram Statistik der Influencer. Beispiel: Ein Influencer ist aus Deutschland, kommuniziert auf Deutsch und hat überwiegend deutsche Kommentare unter seinem Bild. Ein Großteil seiner Follower lebt jedoch in Pakistan, Bagdad, Istanbul, New York oder Los Angeles. Hmm sehr fragwürdig, aber das ist noch kein eindeutiger Beweis. Vielleicht ist der Influencer einfach international erfolgreich. Aber gut, dass man mittels der Statistik auch die Beitragsreichweite eines Influencers sehen kann: Ein Influencer hat beispielsweise 80.000 Follower und eine Beitragsreichweite von 3.000 – Hier ist dann wirklich eindeutig, dass der Influencer seine Reichweite mittels gekaufter Follower gefälscht hat. Klar, die Reichweite ist bei so gut wie allen Nutzern auf Instagram stark zurück gegangen. Denn Instagram möchte, dass die Nutzer in ihre Reichweite investieren, indem sie ihre Beiträge bewerben. Doch wenn ein Influencer nicht mal eine Beitragsreichweite von 25% aufweisen kann, sollten spätestens hier die Alarmglocken läuten.

Die Statistik eines echten Influencer

Auch ein kurzer Blick in die Abonnentenliste reicht um herauszufinden, ob ein Influencer Fake Follower hat. Befinden sich in der Abonnentenliste mehrere Fake Profile hintereinander, können Sie sich sicher sein, dass hier mal wieder ein Paket Follower gekauft wurde. Wie viele durften es heute sein? 100? 500? 1.000? Fake Profile erkennt man daran, dass sie kein Profilbild haben, kaum Follower besitzen, aber bis zu 6.000 Nutzer abonnieren.

Wie Fake-Influencer den Markt ruinieren

Die falschen Influencer nehmen Aufträge weg, die wahre Influencer haben könnten, obwohl sie hart arbeiten für ihre Reichweite, anstatt diese zu erkaufen. Doch was haben sie davon? Sie werden ebenfalls des Betrugs beschuldigt – „Die hat ihre Follower doch eh gekauft!“ – wie oft bekommt man das zu hören? Dabei gibt es Influencer und Blogger die sich wirklich Mühe für ihre Follower geben und viel Liebe in ihr Profil stecken. Stattdessen bekommen Influencer mit erkauften Followern die fetten Werbevertäge. Auch Nina Noel, die selber als Model und Influencerin tätig ist, macht die Situation sehr wütend:

„Ehrlich gesagt bin ich ziemlich genervt von den ganzen gefakten Profilen auf Instagram – Entweder man ist Influencer oder halt nicht. Du kannst es dir nicht erkaufen, dass Menschen wert auf deine Meinung legen! Ich finde es schrecklich was für ein Ausmaß das mittlerweile angenommen hat. Gekaufte Follower, gekaufte Likes, gefakte Ein-Wort-Kommentare von irgendwelchen Support Gruppen. Das schlimme ist, dass unwissende Unternehmen mit solchen „Influencern“ Kooperationen eingehen, die am Ende nicht mal reale Follower haben, welche ihre Meinung interessiert. Also ist der Mehrwert für das Unternehmen am Ende auch nicht gegeben. Darüberhinaus wird so die Arbeit der echten Influencer kaputt gemacht und das finde ich nicht fair! Das Ganze hat Dimensionen angenommen, welche die Unternehmen nicht mehr tolerieren sollten. 50.000 Follower, 10.000 Likes und 400 Kommentare? Das sind einfach keine realistischen Kennzahlen! Klar haben manche Influencer aktivere Follower als andere, aber realistisch ist das trotzdem nicht. Zeitweise war ich deshalb sogar auf meinem Instagram Kanal kaum noch aktiv. Da muss man sich als Influencer fragen: Zieht man einfach mit, um mithalten zu können oder bleibt man sich selbst treu und verpasst somit eventuell lukrative Kooperationen? Ich habe mich für letzteres entschieden.“

Nina Noel

Foto: Romina Nowosatko

Fazit: Qualität statt Quantität, Klasse statt Masse

Unternehmen sollten ihr Werbebudget sinnvoll einsetzen und in Influencer mit passender Zielgruppe investieren, anstatt nur auf die Zahl der Likes und Follower zu achten, welche man ohnehin ganz leicht fälschen kann. Manchmal erzeugt ein Influencer mit einer geringen Reichweite, aber sehr aktiven Followern und einem starken, regionalen Anteil einen viel besseren Effekt, als ein „großer“ Influencer, der eine ganz andere Zielgruppe anspricht. Außerdem, was bringt es viel Geld in Influencer zu investieren, die jegliche Glaubwürdigkeit verloren haben, da sie jede Kooperation annehmen, nur weil das Geld stimmt, wodurch ihre Follower sich nicht für die präsentierten Produkte interessieren? Viel wichtiger ist es, mit Influencern zu arbeiten die über eine treue Community verfügen und nicht jedes Produkt annehmen, nur weil sie gut vergütet werden. Doch soweit denken viele Unternehmen leider immer noch nicht. Stattdessen achten sie nur auf Quantität statt Qualität.

Auch Roya Nila stellt die Glaubwürdigkeit vieler Influencer in Frage: „Ich bin so genervt von Influencern auf Instagram, welche sich nur zu Wort melden, wenn sie mal wieder ihren Detox-Tee oder ihre tollen Cremes bewerben möchten. Anschließend möchten sie ihre Follower mit ihren individuellen Rabattcodes zum Kauf ermutigen, um noch schön Provision on top zu bekommen. Doch wenn man mal wirklich eine Frage an die Influencer hat, wie zum Beispiel woher ein bestimmtes Kleidungsstück ist, welches sie auf einem Post präsentieren, dann gibt es keine Antwort. Wenn sie jedoch bezahlt wurden, dann können sie wieder mit ihren Followern kommunizieren und uns den tollen, überteuerten Detox-Tee wärmstens empfehlen! Alle haben die gleiche, gekaufte Meinung. Ich wünsche mir mehr von den ehrlichen, qualitativen Influencern und Bloggern, die nicht jede Kooperation annehmen, nur weil das Geld stimmt. Influencer die wirklich etwas weitergeben möchten und ihrer Community treu sind. Ich habe nichts gegen bezahlte Kooperationen, wenn man jedoch wirklich hinter dem Produkt steht und nicht weil das Budget stimmt.“

Roya Nila 

Text: Roya Moslemi

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