Hannover, deine Influencer: Marleen alias pueppiblonde

Hannover, deine Influencer: Marleen alias pueppiblonde

In der heutigen Folge von „Hannover, deine Influencer“ stellen wir Marleen vor, die als „pueppiblonde“ mittlerweile über 83.000 Follower auf Instagram hat. Und das hat sie in kurzer Zeit geschafft. Im Interview mit uns hat sie unter anderem verraten, wie es dazu kam. Außerdem haben wir uns mit ihr über das Thema Schönheits-Op’s unterhalten, die in der Welt von Social Media zur Normalität geworden sind. Wie Marleen dazu steht, erfahren Sie hier.

Das Interview mit Marleen

Liebe Marleen – Du hast relativ spät mit Instagram angefangen. Wie hast du es geschafft, in so einer kurzen Zeit so viele Follower zu gewinnen?

Ich bin seit 2013 bei Instagram aktiv. Ich hatte jedoch immer ein privates Profil. Damit habe ich penibel darauf geachtet, welche Follower-Anfragen ich annehme. Das waren grundsätzlich nur weibliche Profile. Dazu mussten sie „echt“ erscheinen. Also Nutzer, die selber aktiv bei Instagram sind. Obwohl mein Profil nicht öffentlich war und man nur ein kleines Anzeigebild von mir sehen konnte, habe ich bereits viele Anfragen erhalten. Ich hatte damals schon ungefähr 5.000 Follower. Doch jedes Profil, das mir eine Anfrage geschickt hatte, zu überprüfen, wurde mir irgendwann zu anstrengend. Deshalb habe ich mich vor anderthalb Jahren dazu entschlossen, mein Profil öffentlich zu stellen. Schnell folgten mir immer mehr Leute. Als ich 10.000 Follower hatte, habe ich die ersten Kooperationsanfragen von diversen Firmen erhalten. Und somit wurde ich zu einem Instagram-Influencer – was eigentlich nicht geplant war, sondern sich einfach ergeben hat.

Zum Influencer bist du unter dem Namen „pueppiblonde“ geworden. Wie bist du zu diesem Namen gekommen?

Mein Vater hat mir den Spitznamen „Püppi“ schon als Baby gegeben. Da dieser Name bei Instagram schon vergeben war, habe ich „blonde“ dahinter gesetzt. Ich bin ein Fan von blonden Haaren und hatte bisher noch nie eine andere Haarfarbe.

Marleen alias pueppiblondeWo wir schon beim Thema Optik sind: Du hast einen Fotostil mit starkem Wiedererkennungswert. Wieso hast du dich für diese Optik entschieden und wie setzt du sie um?

Meist ist der Hintergrund meiner Bilder sehr hell und verblasst, während der Vordergrund kräftiger und kontrastreicher ist. So steht das im Fokus, was ich zur Schau stellen möchte. Diese Art der Bearbeitung benutze ich eher bei Fashion-Bildern. Urlaubsfotos gestalte ich wieder anders, da dort der Hintergrund eine wichtige Rolle spielt. Meine Fotos mache ich entweder mit einer Spiegelreflexkamera oder mit einem iPhone. Zur Bearbeitung meiner Bilder benutze ich zwei bis drei Apps.

Du hast schon einige Male einen Aufruf zu mehr Natürlichkeit auf Instagram gestartet. Was ist deine Message?

Die meisten User zeigen sich bei Instagram selbstverständlich von ihrer besten Seite. Es scheint dort so, als ob alle perfekt seien und dass das die Realität von heute ist. Jede ist perfekt konturiert geschminkt und es ist mittlerweile nichts Besonderes mehr, sich zu operieren oder aufzuspritzen. Mittlerweile fragen Ärzte bei Influencern an, mit ihnen zu kooperieren. Das finde ich manchmal ziemlich erschreckend. Man fängt an, an sich selbst zu zweifeln und fragt sich: „Oh, muss ich in meinem Gesicht noch etwas verbessern lassen?“ Einmal haben eine Freundin und ich ein Bild von uns hochgeladen, auf dem wir unsere Gesichter extrem bearbeitet hatten. Das sah wirklich furchtbar aus. Unser halbes Gesicht bestand nur aus Lippen und unsere Nase war winzig. Das Schlimme war, dass viele das Bild als ,,normal“ wahrgenommen haben und unter das Bild „schön“ oder „hübsche Mädchen“ geschrieben haben. Das hat mich schockiert. Klar, soll jeder das machen, womit er sich am wohlsten fühlt, jedoch sollte alles in Maßen bleiben und man sollte sich nicht zu sehr von Instagram beeinflussen lassen.

Viele Influencer arbeiten in einem ganz normalen Job – wie du bei einer Versicherung. Wie passen diese beiden Welten zusammen?

Instagram und meinen Job trenne ich strikt. Jedoch lege ich natürlich auch im Berufsleben Wert auf mein Äußeres.
Instagram ist ein Hobby. Es macht mir Spaß, neue Sachen zu entdecken, Neues auszuprobieren und neue Menschen kennenzulernen. Man wird zu coolen Veranstaltungen eingeladen und man kann sich dort mit anderen Bloggern austauschen. Es ist aber auch ziemlich anstrengend, Influencer zu sein, wenn man Vollzeit arbeitet. Wenn ich von der Arbeit komme und kein Sommer ist, ist es meist schon zu dunkel, um Fotos zu machen, sodass ich meistens erst am Wochenende Zeit habe, welche zu machen. Oftmals kriegt man von den Kooperationspartnern auch gewisse Zeitangaben, wann der Post spätestens veröffentlicht werden muss. Da steht man natürlich noch mehr unter Zeitdruck. Außerdem habe ich auch noch ein Haus mit einem großen Garten, das gepflegt werden muss.

Marleen alias pueppiblonde mit Verlobten am StrandIn diesem Haus wohnst du mit deinem Verlobten, der kein Instagrammer ist. Wie steht er dazu, dass du Influencerin bist?

Wir sind ziemlich gegensätzlich. Er hält nicht viel von Social Media und steht generell nicht gerne im Mittelpunkt. Er macht auch nicht gerne Fotos. Ich bin aber auch ziemlich anspruchsvoll und manchmal anstrengend, was Fotos angeht. Er macht dann ein bis zwei Bilder und das muss dann auch reichen. Ein Fotoshooting ist nichts für ihn. Das finde ich aber auch nicht schlimm. Das erwarte ich nicht von ihm. Als Influencer muss man fast täglich Fotos machen und wenn man das nicht mag, kann ich verstehen, dass es irgendwann nervt. Es beansprucht ja auch viel Zeit. Und wie sagt man so schön? Gegensätze ziehen sich an. Wir sind knapp neun Jahre zusammen und glücklich und planen zusammen unsere Zukunft.

Interview: Josina Kelz

Titelbild: Julia-Aline Bartelt

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