Lynn Laura

Lynn Laura – Gestern Master-Absolventin, heute Vollzeit-Bloggerin

Im April haben wir Lynn Laura in unserer Serie „Hannover, deine Influencer“ vorgestellt (klicken Sie hier, um zum Artikel zu gelangen). Mittlerweile hat Lynn jedoch endlich den Schritt gewagt ihren eigenen Blog zu führen. Doch nicht nur das: Sie hat gestern ihre Master-Thesis abgegeben und wagt jetzt den Einstieg als „Vollzeit-Bloggerin“. Ein aktuell sehr gefragtes, aber auch kritisches Thema in der Blogger-Szene.

Das Interview mit Lynn Laura

Liebe Lynn, du hast gestern deine Master-Thesis abgegeben und somit erfolgreich dein Studium absolviert. Doch anstatt wie die meisten Absolventen den sicheren Berufseinstieg in Betracht zu ziehen, möchtest du Vollzeit-Bloggerin werden. Woher kommt dieser Wunsch?

Lynn Laura und ihre Master-Thesis

Lynn Laura und ihre fertige Master-Thesis

„Vorweg freut es mich total, dass ich wieder die Ehre habe mit Top Hannover ein Interview zu führen! Super spannendes Thema für mich und auch für euch. Vorallem hat sich seit unserem letzten Interview einiges verändert. Zum einen habe ich endlich einen richtigen Blog (klicken Sie hier, um zum Blog zu gelangen) und zum anderen ist meine Reichweite mit 90.000 Followern rapide gestiegen. Jetzt ist einfach der Punkt gekommen, wo man sich langsam entscheiden muss. Wage ich den Schritt als richtige Bloggerin, oder widme ich mein Leben dem Schreibtisch.

Man kann das Bloggen natürlich immer nebenbei machen, jedoch nur sehr eingeschränkt. Zum Beispiel könnte man als Angestellte Reiseanfragen nur sehr schwer mit dem „normalen Leben“ koordinieren. Ich denke jetzt nach meinem Studium habe ich einfach die Wahl und kann das machen, was mir wirklich Spaß macht. Als Vollzeit-Bloggerin wäre ich viel flexibler, als wenn ich an den Schreibtisch gebunden bin. Jetzt habe ich die Möglichkeit die Chance als Bloggerin zu nutzen und das Beste aus meinem Blog herauszuholen.“

Viele sind der Meinung, dass es heute viel schwieriger ist als Blogger erfolgreich zu werden, es sei denn man sticht aus der Masse heraus. Hast du keine Angst unter der Vielzahl an Bloggern und Influencern unter zu gehen? Welche Strategie möchtest du fahren?

Lynn Laura„Natürlich hat jeder davor Angst diesen Schritt zu wagen. Aber so kann man wenigstens niemals sagen, dass man es nicht versucht hätte. Welche Strategie ich fahren werde ist sehr einfach. Ich bleibe einfach ich! Das handhabe ich die ganze Zeit schon so. Ich hoffe, dass meine Follower dies an mir schätzen. Authentizität siegt im Netz. Leider nimmt genau das bei vielen Influencern und Bloggern mit einem gewissen Bekanntheitsgrad ab. Ich halte nichts davon mich zu verstellen – Ich möchte Lynn Laura sein.“

Influencer und Blogger erfahren in den vergangenen Wochen immer mehr Kritik. Ist es daher nicht riskant gerade jetzt das Bloggen hauptberuflich ausĂĽben zu wollen?

Lynn Laura„Da ich gerade meine Masterthesis genau über das Thema „Influencer Marketing“ geschrieben habe sind mir einige Gründe für diese Kritik erst richtig aufgefallen: Zunächst denke ich, dass vielen Menschen gar nicht bewusst ist, wie viel Arbeit und Druck hinter dem ganzen eigentlich stecken kann. Es ist ein 24/7 Job. Man muss stets seinen Content optimieren, kontinuierlich Bilder posten und seinen Folowern einen Einblick in die Privatsphäre gewähren. Natürlich mach ich das gerne, jedoch muss man sich das erst einmal trauen.

Das nächste große Problem sind die Begrifflichkeiten, die viele überhaupt nicht verstanden haben. Deshalb muss ich jetzt erstmal das Wort „Blogger“, und das Wort „Influencer“ definieren:
Blogger sind meiner Meinung nach keine Nutzer von Instagram. Blogger sind Menschen die tatsächlich einen eigenen Blog haben, den sie Tag ein und Tag aus pflegen und mit Beiträgen füllen. Mir war es früher ein bisschen peinlich, die Bezeichnung „Blogger“ in meinem Profil stehen zu haben, ohne dazu einen eigenen Blog zu haben, haha. Geplant war der Blog natürlich schon länger, aber das wissen die Personen die einem folgen ja nicht. Zu behaupten man ist Blogger, nur weil man Instagram und eine gewisse Reichweite hat, ist schlichtweg falsch. Das sind in meinen Augen einfache Instagrammer.

Lynn Laura Bei dem Begriff „Influencer“ ist es heutzutage noch viel schlimmer. Ein Influencer ist eine Person, die andere dazu bewegt Dinge zu verändern und Meinungen zu beeinflussen. Also eine „einflussreiche“ Person, wie es der Name schon sagt. Zum Beispiel Menschen, die andere über eine Kooperation dazu bringen ein Produkt nachzukaufen, sind deshalb noch lange keine Influencer. Das ist einfaches „Empfehlungsmarketing“. Viele die das Wort „Influencer“ benutzen, wissen dies überhaupt nicht. Ich meine, wenn mich jemand nach meinem Augenbraunstift fragt und ich sage, dass der von XY ist, bin ich noch lange kein Mensch der ein Leben verändert hat. Okay, vielleicht doch. Augenbrauen sind wichtig. Spaß, haha. Influencer sind Menschen wie Kayla Itsines, die tausende von Mädchen dazu bringt ihren Lifestyle durch ihren Fitness- und Ernährungsplan zu ändern. Oder bei mir ist es eventuell meine Bildbearbeitung. Unendlich viele fragen mich regelmäßig nach Tipps und verändern aufgrund dessen ihren Bearbeitungsstil.

Der Begriff wird heutzutage einfach total falsch benutzt, sodass er natürlich immer mehr in Veruf gerät. Jeder zweite, der eine gewisse Reichweite auf Instagram aufweist, bezeichnet sich plötzlich als Influencer. Ich finde man muss sich diesen Titel auf eine gewisse Art und Weise erarbeiten und sich nicht einfach selbst zu einem Influencer ernennen. Ich schätze es sehr, dass ich das Privileg habe von euch so genannt zu werden. Ich selber würde mich jedoch niemals als ein Influencer vorstellen.“

Nicht nur Influencer geraten immer mehr in Kritik: Immer mehr Influencer beschweren sich über „Instagram“ und den neuen Algorithmus. Zudem hat die Interaktionsrate in den vergangenen Monaten stark abgenommen. Wo siehst du daher Instagram in der Zukunft und wie stehst du zu diesem Thema?

Lynn Laura„Mit diesem Thema habe ich mich ebenfalls innerhalb meiner Arbeit befasst. Der Algorithmus zeigt den Nutzern alle Bilder noch an, jedoch in einer für den Nutzer personalisierten Reihenfolge. Zu erst werden die Beiträge von den Personen angezeigt, die der Nutzer gerne anschaut, oder gerne liked. Danach erst alle anderen. Das bedeutet viel Input sorgt für viel Output. Es ist einfach ein Job, welcher viel Zeit erfordert. Genau wie jeder andere. Deswegen denke ich mir: Ganz oder gar nicht! Anders kommt man ganz sicher auf Instagram nicht mehr weiter. Wie heißt es so schön: Ohne Fleiß kein Preis!“

Was möchtest du als Vollzeit-Bloggerin erreichen und wie sieht dein Plan B aus, falls deine Pläne scheitern? Schließlich ist Social Media ein sehr riskanter Job, der schnell zu Ende sein kann.

„Das ist richtig, besonders da man ja auch älter wird und diesen Job nicht ewig ausführen kann. Wobei manch ein Enkel schon für seine Oma Instagram eingerichtet hat, haha. Aber einen Plan B habe ich schon länger im Peto, das ist auch super super wichtig. Dazu möchte ich mich jetzt sofort aber noch nicht äußern, da der Plan allerspätestes in einem Jahr parallel umgesetzt wird. Es ist auf jeden Fall eine zweite Selbstständigkeit. Ihr dürft gespannt sein!“

Blogger/Influencer ist momentan der Traumjob aller jungen Menschen. Was empfiehlst du anderen Influencern, die diesen Schritt ebenfalls wagen möchten?

Lynn Laura„Wer es nicht versucht, der wird nie erfahren ob es geklappt hätte. Gerade junge Menschen, die vielleicht noch bei ihren Eltern wohnen oder zu Schule gehen haben die beste Chance sich als Blogger/Influencer zu etablieren. Man ist noch flexibel und kann sich mit viel Kraft und Kontinuität etwas großes aufbauen. Die goldene Regel ist halt einfach dranbleiben! Soziale Medien leben von Interaktionen. Wer nicht aktiv ist, wird nicht gesehen.“

 

Vielen Dank an Lynn Laura fĂĽr dieses kurzfristige Interview. Wir wĂĽnschen dir alles Gute fĂĽr die Zukunft und viel Erfolg als Vollzeit-Bloggerin!

Interview: Roya Moslemi

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