Mohammad Baghdadi – Ein junger Fußballer aus Hannover

Mohammad Baghdadi – Ein junger Fußballer aus Hannover

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Mohammad Baghdadi lebt den Traum von fast jedem Jungen: Er ist erst 20 Jahre alt und schon Fußballprofi. Auch er selbst hatte diesen großen Traum. Doch dass er einmal Wahrheit werden würde, das hätte er nicht gedacht. Im Interview mit top-hannover.com hat er erzählt, wie der Weg zu seinem Traumberuf war: Fußballprofi. 

Mohammad Baghdadi mit Mesut ÖzilMohammad Baghdadi und der Traum einer Profikarriere im Fußball

Noch heute kann der 20-jährige Libanese es manchmal kaum glauben, dass er es so weit geschafft hat. Wenn man mit ihm spricht, merkt man sofort, dass er noch einen großen Respekt vor dem Thema Profifußball hat. Dass er zu anderen Fußballern hochschaut. Und sich nicht zu wichtig nimmt. Mehr fokussiert er sich darauf, was er noch erreichen möchte, anstatt sich darauf auszuruhen, was er bereits geschafft hat. Denn Mohammad Baghdadi will mehr. Das hat er zum Beispiel gemerkt, als er auf der Ersatzbank bei einem Spiel gegen den FC Bayern München saß: „Den Stars von FC Bayern München so nah zu sein, hat mich motiviert, auch so weit zu kommen“, verrät er uns im Interview.

Und mit seiner Laufbahn stehen seine Chancen gar nicht so schlecht. Mohammad Baghdadi gehört nicht zu den Fußballern, die von Kindheit an gefördert wurden, ein Fußballinternat besucht haben oder einen großen Fußballer in der Familie hatten, von den sie lernten. Doch Mohammad Baghdadi hatte die Liebe für den Fußball: „Seitdem ich ich in der Lage war, einen Ball zu sehen, war ich verliebt in ihn. Meine Mama erzählt mir noch heute, dass ich schon im Kinderwagen durchgedreht bin, wenn ich einen Ball gesehen habe.“ Und als er laufen konnte, verbrachte er jede freie Minute auf der Straße, um zu kicken. „Ich bin in einer Straße in Hannovers Nordstadt aufgewachsen, in der sehr viele Ausländer lebten. Dort war es normal, Straßenfußball zu spielen“, erinnert sich Mohammad Baghdadi heute. Den Straßenfußball genoss er so lange, bis er zum ersten Mal von einem Nachbarn zu einem richtigen Vereinstraining mitgenommen wurde. Zu dem Zeitpunkt war Mohammad Baghdadi acht Jahre alt und wusste nicht, dass das der Anfang seiner Karriere war.

Die Entdeckung von Mohammad Baghdadi

Als er im Jahre 2012 im Alter von 15 Jahren beim SC Langenhagen spielte, wurde er zu einem Probetraining der Jugendmannschaft des Eintracht Braunschweig eingeladen – und behauptete sich unter 40 anderen jungen Fußballern. Denn nur die Hälfte der Probespieler wurden in die U17-Mannschaft von Eintracht Braunschweig aufgenommen. Und von der U17 ging es in die U19, von der U19 in die U23.

Eines Tages saß ein Mann auf der Bank und schaute beim Training zu. Mohammad Baghdadi hielt ihn für den Vater eines Spielers. Bis er erfuhr, dass es sich um den Profitrainer handelte, der IHN beobachtete. Scheinbar hat Mohammad Baghdadi alles richtig gemacht, denn schon schnell wurde er zum Probetraining in der Profi-Mannschaft geladen. Heute erinnert sich Mohammad Baghdadi, wie aufgeregt er war, als er zum ersten Mal beim Training der Profi-Mannschaft mitmachen durfte: „Ich war total nervös! Und ich wusste gar nicht, wie ich die Profis begrüßen sollte. Zum Beispiel habe ich mich gefragt, ob ich sie siezen oder duzen soll. Gott sei Dank waren aber alle sehr nett und haben mich super in die Mannschaft aufgenommen.“

Die Krise

Zwei Jahre lang war er im Kader der Profi-Mannschaft von Eintracht Braunschweig. Bis Verletzungen und Probleme seine junge Karriere ins Stocken brachten. Doch das hält Mohammad Baghdadi nicht auf – ganz im Gegenteil! „In meinen jungen Jahren habe ich schon gelernt, wie es ist, auf dem Boden zu sein. Ich weiß dadurch, dass man an diesem Punkt erst recht weitermachen und sich wieder hochkämpfen muss! So ist der Fußball, das gehört dazu. Jeder große Fußballer hat schon solche Krisen hinter sich.“

Schon mit 20 ein kleiner Fußballstar

Auch wenn Mohammad Baghdadi noch viel weiter kommen möchte – für seine Familie ist er schon der Star: „Bei jedem Spiel, das im Fernsehen übertragen wurde, saß meine Familie vorm Fernseher“, freut er sich. Doch nicht nur seine Familie ist stolz auf ihn, sondern auch seine Freunde oder jungen Fans, die zu ihm aufschauen: „Ich werde in Braunschweig auf der Straße angesprochen. Oft erzählen mir auch kleine Jungs, dass sie mich auf FIFA (Fußball-Spiel für Spielkonsolen, Anm. d. Red.) gespielt haben“, lacht er. Noch findet er das alles surreal. Auch wenn seine Cousine ihm erzählt, dass sie im Café Leute gehört hat, die über ihn sprachen.

Oft wird er auch darauf angesprochen, dass er Hannoveraner ist, aber in Braunschweig spielt. Vorurteile, die Mohammad Baghdadi locker sieht: „Hannover ist meine Heimat und in Braunschweig bin ich seit fünf Jahren. Hier habe ich schon vieles gelernt. Ich liebe beide Städte. Und Derbys gibt es nicht nur zwischen Hannover und Braunschweig, sondern auch zwischen anderen Vereinen. Derbys sind toll, sie gehören zum Fußball dazu!“

Trotzdem gehört sein Herz Hannover. Auch wenn er in Braunschweig lebt, nutzt er jeden freien Tag, um nach Hause zu fahren. Doch oft gibt es drei Wochen lang keinen freien Tag. An manchen Tagen trainiert er zwei mal täglich. Doch all das tut Mohammad Baghdadi für seine Leidenschaft, den Fußball, und seinen großen Traum: Ein ganz großer Fußballer zu werden. Er ist auf einem guten Weg dahin.

Text: Josina Kelz  

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